Wie lange kann es dauern, eine Einladung zu einem Event zu verschicken, die eigentlich schon fixfertig konzipiert ist? Die Antwort: Knapp eine Woche. Und das kam so....
Der Auftrag: Zuerst sollte ich aus vielen Listen eine Mastergästeliste anfertigen. Die Location fasst 120 Leute, eingeladen werden sollten 500. (Mühselig, aber davon rede ich gar nicht). Die Erstinfo: Die Einladung wird per Post verschickt, weil exklusiver, persönlicher und so. Also keine E-Mail-Adressen in der Mastergästeliste. Die fertige Liste hatte ungefähr 490 Personen. Aber irgendwie sollten doch noch ein paar Leute von der Weihnachtsgrußkartenliste dazu... Damit waren es rund 550, um 50 zuviel . Also ein paar Leute streichen (die ich eben erst ins System eingegeben hatte!). Als die Einladungen endlich da waren, hieß es, Labels ausdrucken, Briefmarken aufkleben und Kuverts versiegeln. Aber siehe da: Irgend jemand hat zu wenig Einladungen bestellt (nicht ich!!!). Also doch E-Mail-Adressen von den Leuten raussuchen, und weil wir jetzt doch noch eine E-Mail-Einladung brauchten, konnten wir theoretisch wieder mehr als 500 Leute einladen - alle kommen ja sowieso nicht. Also wieder ein paar Leute in die Mastergästeliste eintragen, die vorher eigentlich schon drinnen waren. Man möchte meinen, dass wenigstens das Layouten der E-Mail-Einladung reibungslos verlaufen sollte, da sie komplett gleich wie die Print-Einladung auszusehen hat. Aber auf einmal war die Unsicherheit groß (nachdem unsere Designerin die Einladung schon gelayoutet hatte), ob nicht doch noch ein Logo fehlt. Rückfrage an die Londoner Agentur, die sich auch nicht sicher ist. Rückfrage bei Bacardi, die London anworten, dass die Einladung so ok geht. London gibt uns das ok. Aber, oh Wunder, auf einmal entdeckt jemand doch noch einen Satzzeichenfehler. Also nochmal retour an die Designerin, neues Layout. Und da meine Chefin am Tag der allerletzen Zustimmung in Miami war, nochmal 24 Stunden Wartezeit, bis ich ENDLICH den "Senden"-Button im Outlook anklicken konnte. Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?
Jedenfalls habe ich nach einenhalb Wochen schon fünf der zehn Gebote für die Firma herausgefunden:
1. Du sollst nach 15 Uhr keine neuen Aufträge mehr annehmen, da du sonst garantiert Überstunden machen musst.
2. Du sollst nicht als Erste um 18 Uhr die Firma verlassen, aber jedenfalls vor 19 Uhr, weil du sonst nichts mehr von deinem Feierabend hast.
3. Du sollst deine Mittagspause genießen.
4. Du sollst darüber hinweg sehen, dass außer dir niemand eine volle Stunde Mittagspause macht, sondern am Schreibtisch neben der Arbeit isst.
5. Du solltest regelmäßig Sport betreiben, weil dich dein sowas von NICHT ergonomischer Arbeitsplatz sonst rückentechnisch umbringt.
Die anderen fünf folgen nach kompletter Eingewöhnungsphase ;o) Ich sag's euch, leicht isses nicht mit den Amis! Aber es macht immer noch Spaß, das ist doch die Hauptsache!
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3 comments:
das klignt nach einer lustigen arbeit ;-))
ein kleiner Tipp von mir: Gewöhn dich an Überstünden. Als Trainee sind diese üblich. Ich bins ja jetzt gott sei dank nicht mehr, hab aber jede woche minimum 50 stunden gearbeitet (ohne die ganze reiserei).
Aber hauptsache ist, dass es dir spaß macht, immerhin bist du in der geilsten stadt die es gibt!
Hi Süße!
Ich sag' auch: Hauptsache, es macht Spaß!!
Ich verabschied' mich jetzt in den Urlaub (nur noch wenige Stunden!!!) und werd' dir dann ein E-Mail schicken wenn wir wieder zurück sind (kannst du mir nochmal deine Mailadresse auf gattonero@gmx.at senden?).
Ganz dickes Bussi, Mirjam!
Hi Lauri,
mit Einladungs-Krims-Krams vergeht die Woche auch...
Hmmm, scheinbar ist nicht nur Deutschland das Zentrum der Bürokraten und Abstimmungswütigen ;-)
Lang wirds nicht mehr dauern und dann hast du den Laden sowieso übernommen. Und dann werden die 10 Regeln mal von Grund auf nach Lauri Art überarbeitet. Mit Personal-Massagen usw.
Bis dahin viel Durchhaltevermögen und ein dickes Bussi,
Gabi
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